Psychisches Trauma

bedeutet so viel wie "seelische Wunde".

Fast jeder von uns hat Situationen erlebt, die ihn stark überfordert haben und/oder in welchen er große Angst hatte. Häufig wird - als Schutzstrategie - das ursprüngliche Geschehen verharmlost, vermieden oder nicht erinnert. Das Erlebte ist fragmentiert abgespeichert - man spricht von abgespaltenen Anteilen.

Wodurch entsteht ein Trauma?

Neben den allgemein bekannte Auslösern wie Unfällen, Naturkatastrophen, Verlust einer nahestehenden Person, Zeuge eines Unfalls oder von Gewalt, Erleben von Gewalt und Mißssbrauch, gibt es auch schwerwiegende Auswirkungen die vorgeburtlich sind (z.B. überlebter Abtreibungsversuch), die durch die Geburt entstanden sind oder die aus der Säuglings- und Kinderzeit stammen. Z.B. Bindungstraumata (s. S.: Innere-Kind-Arbeit

Wie entsteht ein Trauma?

Wenn die Emotionen zu intensiv sind (Dauer, Ausweglosigkeit oder Heftigkeit der Situation) und keine Regulation stattfindet, kommt es zu Stress- und Angstüberflutung und weiter zu Gefühlen von Hilflosigkeit, Machtlosigkeit bis hin zu Erstarrung, sich gelähmt fühlen und Einfrieren. Durch die Heftigkeit reagiert der Körper zum Schutz autonom und spaltet diese Anteile (Erfahrungen, Empfindungen, Gefühle) ab. Diese werden dann fragmentiert gespeichert.

Was kann Trauma bewirken?

Bestimmte Erfahrungen (Situationen, Gefühle, Reaktionen) werden überhaupt nicht oder nur nebulös erinnert, will man nicht erinnern, werden weggeschoben oder verharmlost (z.B. ich wurde zwar geschlagen, aber sonst hatte ich eine schöne Kindheit).

  • Man vermeidet Situationen, die an die traumatische Erfahrung erinnern
  • Man ist bemüht bestimmte Gefühle, Gedanken, Reaktionen zu unterdrücken, zu verbergen ...
  • Man versteht eigene unerklärliche emotionale oder körperliche Reaktionen, Schmerzen ... nicht
  • Man fühlt sich schnell angegriffen, falsch verstanden, ungerecht behandelt, überfordert, überrannt, hilflos  ...
  • Man ist mit eigenen überwältigenden Empfindungen beschäftigt
  • Man isoliert sich, um sich vor Auslösern von heftigen Empfindungen zu schützen
  • Bestimmten Situationen lösen heftige Wut aus
  • Bestimmte Reaktionen oder Emotionen können nicht, oder nur bedingt gesteuert werden
  • Überlebensstrategien

Als vermeintlichen Schutz entwickeln wir Überlebens- und Notstrategien, die das Weiterleben und Funktionieren gewährleisten sollen. Diese Strategien bieten aber keine wirkliche, langfristige Lösung, sondern führen häufig zu sich wiederholenden Mustern und Blockaden. 

Mögliche Folgen

... von Spaltungen, Trauma und Überlebensmechanismen, sind Erschöpfung, Freudlosigkeit, Hilflosigkeit, Gefühlen von Wertlosigkeit, Erstarrung und Ausgebrannt sein. Weitere Auswirkungen können Erfolglosigkeit im Beruf - trotz Talente und Begabungen, Beziehungsproblemen und emotionale Krisen sein. Auch körperlich stressbedingte oder unerklärbare Symptomatiken können Traumafolgen sein.

Traumatherapie beinhaltet

  • Stabilisierung
  • Ressourcen wahrnehmen, finden, stärken
  • Behutsamen Kontakt mit abgespaltenen Anteilen (früheren Erfahrungen), ohne in die unaushaltbaren Empfindungen hineinzukippen
  • Verarbeiten, fühlen und einordnen von Erfahrungen, Empfindungen und Reaktionen, damit diese vernetzt und integriert werden können
  • Eine bessere Verbindung zu sich selbst
  • Ichstärkung, eigene Bedürfnisse spüren und den eigenen Willen wahrnehmen
  • gesunde Identitätsentwicklung